
Petplay bezeichnet ein Rollenspiel, bei dem mindestens eine beteiligte Person ein Tier verkörpert.
Deshalb wird es manchmal auch als Tierrollenspiel bezeichnet.
Im Theater, Musical oder Film kennen wir es, dass Schauspieler Tiere darstellen, die einen eigenen Charakter besitzen und sprechen können; ganz wie die erzählte Geschichte es vorgibt - ob Reineke Fuchs, Der König der Löwen oder Aufstand der Tiere.
Tiere werden in diesem Kontext vermenschlicht.
Beim Petplay (oder auch Zoomimik) sieht es anders aus.
Hier geht es den Rollenspielern darum, sich in die Welt eines Tieres einzufühlen und zu erleben, wie es ist, ein Hund, eine Katze, ein Pony zu sein.
Da uns Tiere ihre Gedanken nicht sprachlich darlegen können, sind diese Versuche des Eintauchens in die Tierwelt durchaus geprägt von unserer menschlichen Sicht auf Tiere.
Ein wichtiger Baustein ist das Vertrauen der Beteiligten untereinander.
Petplay bietet den Beteiligten einen Perspektivwechsel und die Möglichkeit andere Kommunikationsformen als die menschliche Sprache auszuprobieren.
Damit fördert Petplay die Kreativität.
Und es macht einfach unglaublich viel Spaß, nicht alles ernst zu nehmen, sondern spielerisch die Welt neu zu entdecken.
Grenzen setzen nur die menschliche Anatomie und Fantasie.
Urlaub vom Mensch-sein
Der Reiz des Petplays ist das gezielte Ausbrechen aus sozialen Normen,
mal etwas anderes zu sein,
keine Alltagssorgen zu haben
oder auch einfach mal seinen Instinkten freien Lauf zu lassen.
oder
Es ist ein liebevolles und spaßiges Spiel, bei dem ich meinen Bedürfnissen als Tier nachgehe;
man kann sich voll und ganz fallen lassen und sich dem hingeben.
Manchmal dient es auch als Rückzugsort, wenn man gestresst ist,
weil es ein Teil der Persönlichkeit ist, der einem Geborgenheit gibt.
Es ist wie früher als Kinder, wenn man spielt "Mutter Vater Kind".
Einer ist immer irgendein Tier.
Wenn BDSM die Materialisierung eines (freiwilligen) Machtgefälles in einer zum Glück zunehmend gleichberechtigten Gesellschaft ist,
dann ist Petplay die gesellschaftskonforme Version von BDSM.Denn wenngleich in der Gesellschaft Begriffe wie Gewalt, Fremdbestimmung, Sklaverei, Abhängigkeit zu Recht geächtet sind,
so ist es doch völlig normal und akzeptiert, dass Zoo-, Nutz- und Haustiere in Abhängigkeit und unter Kontrolle von ihren Besitzern oder Pflegern leben.Und trotz dieses Machtgefälles werden sie gepflegt und geliebt.
